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Die Lustige Geschichte.
Wie kam die Fähre von Schwielowsee - Caputh zu ihrem
Namen "Tussy"
Vor langer Zeit, als die DDR noch
bestand ereignete sich folgendes.
Die Fähre war Staatseigentum und
wurde von einem Kapitän und einem Matrosen betrieben. An einem kalten
Winterabend begab sich eben dieser Matrose in eine bekannte Gaststätte in
Caputh, um einen kräftigen Rum zu sich zu nehmen. Aus einem wurden mehrere.
Gegenüber an einem Tisch saß eine alleinstehende junge Dame von ca. 23
Jahren, die ebenfalls dem Alkohol kräftig zusprach. Zur fortgeschrittener
Stunde kam man sich langsam näher und fing an, miteinander zu plaudern. Die
junge Dame war in der derzeitigen DDR recht unglücklich und wollte unbedingt
in den goldenen Westen. Da hatte der Mattrose eine rettende Idee. Er bot
Hilfe an. Man verabredete sich für den nächsten Abend, da der Matrose vorher
noch einige Vorbereitungen treffen wollte.
Am nächsten Abend traf man sich zur
verabredeter Zeit wieder in der gleichen Gaststätte. Der Matrose bot an, die
Dame als "Blinder Passagier" mit seinem Schiff in den Westen zu bringen. Am
Abend darauf, gegen 24.00 Uhr, sollte es los gehen. Sie sollte nur leichtes
Gepäck mitbringen.
Wiederum erschien die Dame, diesmal
mit leichtem Gepäck für die Reise in den ersehnten Westen. Der Matrose holte
sie nach draußen auf einen Parkplatz, wo sein Trabbi geparkt war.
Falls die illegale Ausreise
auffallen sollte und die Dame, das zur Flucht missbrauchte Schiff bei
anschließender Vernehmung durch die Stasi nicht verraten konnte, einigte man
sich auf eine Augenbinde. Jetzt begann die Fahrt zum Schiff. Nach ca. zwei
Stunden Fahrzeit kam man endlich am Ziel an. Der Matrose half der
fluchtwilligen Dame, die immer noch die Augenbinde trug beim Aussteigen aus
dem Trabbi und führte sie über eine Gangway zum Schiff. Dort angekommen
führte er sie eine steile Treppe hinab durch den den Maschinenraum in die
separate Taukammer, wo er für sie ein Lager vorbereitet hatte. Jetzt erst
durfte sie die Augenbinde abnehmen. Die Dame wurde noch einmal von dem
Matrosen eindringlich belehrt, dass sie sich ja nicht bemerkbar machen
sollte sonst würde die Staatssicherheit aufkreuzen und beide abführen. Er
würde die Tür hinter sich verschließen und den Schlüssel immer bei sich
tragen, so dass keine andere Person in diesen Raum kommen könne.
Für die Notdurft stellte er einen
Eimer parat, den er täglich leeren wolle. Ebenso wolle er ihr täglich drei
mal Verpflegung bringen. Seine Dienste wolle er aber mit körperlicher Liebe
vergütet wissen. Da die Dame unbedingt in den Westen ausreisen wollte,
stimmte sie den etwas merkwürdigen Bedingungen uneingeschränkt zu.
Sie bekam pünktlich drei mal am
Tage ihre Essen und bezahlte jedes mal mit körperlicher Liebe. So ging
es bereits mehrere Wochen. Bei Tage fuhr das Schiff und nachts legte es
irgendwo an. Am nächsten Tag ging es wieder weiter. Nach ihrer Berechnung
müsste das Schiff bald in westliche Gewässer einlaufen. Nach weitern zwei
Wochen vergaß der Matrose einmal, die Tür zur Kabelkammer abzuschließen.
Nachts schlich sich die Dame trotz strengsten Verbotes ganz heimlich an
Deck, um nachzusehen wo sich befanden. Sie wollte erkunden, ob westliche
Schiffe in der Nähe waren. An Deck stieß sie fast mit dem Kapitän zusammen,
der zufällig zu dieser Zeit an Deck war um die Festmacherleinen zu
kontrollieren. Er hielt sie fest und fragte ebenfalls erschrocken, was sie
zu dieser Nachzeit hier wolle. Jetzt brach sie zusammen und erzählte dem
Kapitän ihre ganze Geschichte. Von der geplanten Flucht, dem liebesüchtigen
Matrosen und dem Versteck in der Kabelammer.
Da fing der Kapitän an laut zu
lachen und sagte: "Du dumme Tussy, wir sind hier auf der Fähre Caputh"
So wurde die Fähre zwischen Caputh
und Geltow auf den Namen Tussy getauft, als Erinnerung an den beschriebenen
Vorfall.
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